Corpus Suppositum

Corpus Suppositum Erlösung oder Eingriff?

Die überlebensgroßen Körper — zwischen Projektil und Suppositorium — bewegen sich im Grenzbereich zwischen Hilfe und Verletzung. Als Skulpturen aus Parafinwachs, versetzt mit phosphoreszierenden Pigmenten, tragen sie ihre Wirkung nach: ein Nachleuchten im Raum, das bleibt, wenn der Impuls längst vorbei ist.

Die Form erinnert an Geschosse — aufgeladen mit Geschwindigkeit, Intention, Bedrohung. Gleichzeitig verweist sie auf das medizinische Suppositorium — still, unsichtbar wirkend, ein Eingriff in den Körper ohne sichtbare Spur. Fremdbestimmung unter dem Deckmantel der Heilung.

Schwebend an beinahe unsichtbarem Nylonfaden, entziehen sich die Körper der Schwerkraft und damit auch der Verantwortung: Wer beschützt hier wen? Wer greift ein — und warum?

Das künstliche Leuchten im Halbdunkeln evoziert nicht nur Hoffnung, sondern auch Strahlung, Kontamination, Warnung. Zwischen Versorgung und Übergriff entsteht ein Raum der Ambivalenz — in dem jede*r gezwungen ist, selbst zu entscheiden: Genesen wir — oder werden wir geformt?

3D Objekt des Corpus Suppositum:

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